52 Tage Lima

Ich bin wohl jetzt, in meinem Alltag angelangt, doch sind es kleine Dinge, welche mein Leben hier so speziell machen. Nur schon das Beten jeden Morgen in meiner katholischen Schule, die Toiletten ohne WC-Sitz, ein Gringoruf hier ein mit dem Finger auf mich zeigen dort.

Ich könnte Stunden lang so weiter erzählen, doch probiere ich es wieder einmal mehr oder weniger strukturiert zu beschreiben. Die letzte Woche war eigentlich nichts spezielles, doch habe ich herausgefunden, wie schnell man in Peru gratis zu Schmerzmittel kommen kann. So ging ich in der Schule nochmals zu der Schulärztin, um meine Hand zu zeigen. Als ich ihr erzählte, dass ich immer noch Schmerzen habe, drückte sie mir eine Packung Schmerzmittel in die Hand und hat gesagt, ich soll doch drei Mal am Tag eine Tablette nehmen. Da stand ich nun mit meinen gratis Medikamenten, ich hätte ja eher auf einen Tag Schulfrei oder Mitleid gehofft, doch andere Länder andere Sitten heisst es doch so schön. Auf jeden Fall habe ich wohl den Grund herausgefunden, warum wir langsam immun gegen Antibiotika sind.

Es war allgemein ein spezieller Tag, denn meine Schule befindet sich im Moment im Jungfrau Maria Monat und da am 8. September, wie ihr bestimmt wisst, Maria geboren wurde, wurde dies auch gefeiert. Wir haben uns alle während der Schule auf dem Pausenhof versammelt. Und nach dem wir gezeigt haben wie viele Gebete wir können, wurde natürlich noch ein “Feliz Cumpleaños” gesungen. Ihr könnt mir glauben, dass ich mich peinlicherweise vor lachen nicht mehr zurück halten konnte, als ich herausfand, dass die riesen Torte und das ganze plemplem für die Jungfrau Maria Statue war. Auch dass applaudieren danach, kam mir irgendwie seltsam vor.

Am Mittwoch, ging ich wie gewöhnlich zu dem Rotary Meeting und langsam verstehe ich auch über was so geredet wird. So beginnt jedes Meeting, indem wir zuerst für die peruanische Fahne applaudieren und danach für die meines Gastclubs, ich denke manchmal ist es besser, wenn man gewisse Sachen nicht verstehen würde.

Der Rest der Woche, verbrachte ich eigentlich damit, auf Samstag zu warten, um nach Miraflores und ans Meer  gehen zu können mit den anderen Austauschschülern. Denn die Austauschschüler, welche im Januar ankamen, wollten uns ein wenig herum führen. Es war wieder einmal traumhaft. Leider, haben wir nicht wirklich vieles angeschaut, doch die Zeit mit meinen Freunden war genauso viel wert. Ich hätte wohl auch nie gedacht, dass ich jemals in den Starbucks gehen würde, um ein Getränk mit RICHTIGER MILCH zu trinken.

Was ich wohl am meisten vermisse hier, sind die Milchprodukte. Die kulinarischen Erfahrungen hier, beschränken sich im Moment eigentlich auf Poulet mit Reis. Manchmal gibt es Pommes, oder anderes Fleisch, doch Reis ist etwa so oft in einem Menü anzutreffen, wie ein Teller. Zum Glück braucht man den ja nicht im Mc Donalds ;).

Das nächsten Wochenende, findet die Aufführung meines Tanzes der Schule statt, also proben wir manchmal schon während den Schulstunden. Es macht Spass zu sehen, wie man sich verbessert. Doch bin ich auf gewisse Weise auch froh, wen ich ab nächster Woche noch eine andere Sportart ausüben könnte. Ich habe gehört, es gibt hier einen Rugby Club, ich wollte schon immer mal Rugby spielen.

Heute, mussten die Jugendlichen aus meinem Gastclub nicht in die Schule, denn wir halfen Geld zu sammeln, für die Krebsliga in Peru. Wir liefen mit einer Büchse umher und fragten Passanten, ob sie nicht etwas spenden wollen. Doch interessanter war wohl der Weg zu dem Treffpunkt. Ich ging mit dem Bus meine belgische Kollegin abholen, um ihr zu zeigen, wie man mit dem Bus zu “La Rambla” dem Shopping Center kommt. Doch ist das so eine Sache, wenn man einen Peruaner etwas fragt, so sagte uns der Buschauffeur, dass er zu “Aviación”, der Station wo wir wollten, fährt. Doch genossen wir so, unseren spontanen Trip in die wirklich ärmere Gegend von Lima. Zum Glück, wussten wir, wie wir mit der Metro (eine Hochbahn) zu unserer Station fahren konnten, also ging diese Sache wiedermal gut aus. Doch keine Angst, es war nicht viel mehr gefährlich, einfach ärmer. Doch ist es nicht das Stadtviertel, wo man Selfies machen sollte. Es führt einem einfach wieder einmal vor Augen, wie Peru lebt.

Allgemein, gibt es einfach Regeln zu beachten, wenn man die Busse hier nehmen will, so sollte man, wenn man schon weiss ist, nicht noch den Leuten zeigen, das man auch das neue iPhone 7’000 hat. Das Geld am besten schon vor dem einsteigen parat machen und und und.

Schulalltag:

 

Ich kann leider nur den Alltag einer katholischen peruanischen Schule erklären, ich hoffe das ist fürs erste genug ;P. Zwischen 7.20- 7.35 Uhr holt mich mein Schulbus vor meinem Haus ab und bringt mich zu der Schule. Ich bin froh, dass die Schulbusse schon eine gewisse Lebenserfahrung haben und dem Anschein nach auch Umfälle überlebt haben, also keine Angst um mich sie kamen bis jetzt noch immer ans Ziel. In der Schule angekommen, geht mein Weg über den Pausenplatz (un)glücklicherweise an der Cafeteria vorbei, zum Eingang des Schulhauses, wo ein Mann ( ich weiss nicht genau was er macht), uns kontrolliert( auch nicht was er kontrolliert), auf den Innenhof, des “Secundaria” Schulhauses. In meiner Schule sind die Kinder vom Kindergarten, bis sie dann in der 5 Sekundar meine Schule verlassen und mit einem Aufnahmetest an eine Uni können. 

Auf dem Innenhof, stellen sich die Klassen reihenweise auf, natürlich Jungen und Mädchen getrennt. Um ungefähr 7.45 Uhr, beginnt der Rektor, mit Hilfe eines Mikrophons und einer strengen Stimme, uns Anweisungen zu geben. Dann drehen wir uns immer auf sein Kommando um 90 Grad nach rechts, bis wir uns schliesslich  zweimal um unsere eigene Achse gedreht haben. Dabei ist es auch sehr wichtig immer genug Abstand zu seinen Klassenkameraden zu haben. Doch falls man das vergessen würde, hätte man die Chance, es innert zehn Sekunden wieder zu erfahren, da der Rektor uns gerne darauf hinweisst, auch wirklich genug “Distancia” zu haben. Nach etwa fünf Minuten, beginnen wir dann mit dem beten. Und um 7.55 begönne nach Stundenplan der Unterricht.

Ich muss zugeben, die Schule ist um einiges anspruchsvoller, als erwartet. Auch die Aufgaben sind nicht ohne. Nur ist hier der Hacken, dass man immer vier Lösungsvorschläge hat. Und auch, dass wirklich 90 Prozent der Schüler die Übungsaufgaben abschreiben. Ihr denkt euch jetzt vielleicht, wie die das an der Prüfung machen? Ganz einfach wie gelernt. Abschreiben. Und wenn man die Schrift des nicht lesen kann, fragt man halt. Das ist cool für die Schüler, doch werden sie so überhaupt nicht gefördert. Auch habe ich das Gefühl, das das Schulsystem sehr mathematiklastig ist. So haben sie von 45 Lektionen an 40 Minuten, in der Woche 10 Lektionen Mathematik und 4 Lektionen Physik. Dann haben wir noch Chemie, Computation ( ich weiss immer noch nicht was das ist), Bücherlesefach, Englisch, Philosophie Politik, Geschichte, Sprache und Literatur, Religion und Geopolitica(in diesem Fach ging es aber bis jetzt eigentlich nur um Gebiete, welche unrechtmässig in chilenischem Besitz sind). Was mich am meisten schockiert hat, ist der Englischunterricht, denn die Schüler, welche nie in einem Englischcolegio waren, sind oft nicht im Stande einen einzigen Satz auf Englisch zu sagen.

Ich habe jeden Tag, zuerst vier Lektionen Schule, dann die erste Pause, dann drei weitere Lektionen Schule, wieder eine Pause und zu guter Letzt, meine zwei letzten Stunden. Zwischen den Lektionen, gibt es eigentlich keine Pausen, doch nimmt das hier eigentlich niemand so ernst.

Alles Gute Aus Peru ;)

P.s Fotos kommen später.

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